Zeckenalarm! Was Sie über die tückischen Blutsauger wissen müssen

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Vielen von uns kommt das folgende Szenario durchaus bekannt bevor: Sie genießen einen wundervollen Sommertag in einem Park, beim Spazierengehen im Wald oder einfach im privaten Garten.

Kurz darauf der Schreck: Sie entdecken eine Zecke an sich! Wir erklären Ihnen, wie Sie am besten reagieren, wie Sie Zeckenstichen vorbeugen und welche Versicherung Sie, falls es doch passiert, im schlimmsten Fall bei bleibenden Schäden finanziell absichert.

Auch wenn sie nur wenige Millimeter groß sind, kann ein Stich eines der kleinen Blutsauger massive Gesundheitsschäden für Mensch und Tier bedeuten: Sie können eine Vielzahl an Infektionskrankheiten übertragen, von denen vor allem die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis ebenso bekannt wie gefürchtet sind. Die kleinen Spinnentiere tragen diese für uns gefährlichen Viren und Bakterien jedoch nicht von Geburt an in sich, sondern sie werden ihnen selbst beispielsweise von Mäusen übertragen, deren Blut ihnen gerade in den frühen Entwicklungsstadien als Nahrung dient.

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Was das Vorkommen von Zecken betrifft, so beschränkt sich dieses nicht, wie oft angenommen, auf Laub- und Mischwälder, sondern umfasst auch hohes Gras, Büsche, Laub, Unterholz und den gepflegten heimischen Garten. Meistens halten sich Zecken in einer Höhe von ca. 10 bis 50 Zentimetern über dem Boden auf und lauern dort auf ihren nächsten Wirt. Anhand ihrer Tasthaare und dem sogenannten Haller-Organ, das sich an den Vorderbeinen der Zecke befindet, können sie den Geruch und die Körperwärme eines nahenden möglichen Wirtes erkennen. Streifen Sie nun also einen Busch oder Grashalm, auf dem eine Zecke lauert, hält sie sich mit ihren Vorderbeinen an Ihrer Kleidung oder Ihrer Haut fest und reist als blinder Passagier mit.

Sommer, Sonne, Zeckensaison?

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Ganz so einfach ist es leider nicht. Zecken sind wechselwarme Spinnentiere. Ihre Körpertemperatur entspricht stets der Außentemperatur. Während sie bei Minusgraden demnach bewegungslos sind, reichen bereits leichte Plusgrade ab fünf Grad aus, damit sie aktiv werden. Für den mitteleuropäischen Raum bedeutet das eine im März beginnende Zeckensaison, die bis in den Oktober reicht.

Wie beuge ich Zeckenstichen vor?

In der Natur sollten Sie vorsichtshalber zu geschlossenem Schuhwerk und langer heller Kleidung greifen. So können Sie die sehr kleinen Zecken schneller entdecken. Wenn möglich, können Sie Ihre Hose auch in den Socken fixieren. So verhindern Sie, dass Zecken direkt an Ihre Haut gelangen können.
Verwenden Sie Zeckenschutzmittel oder eine Lotion auf DEET- oder Citrodiol-Basis. Sie sind sowohl als Creme als auch in Spray-Form erhältlich und können so auf der Haut oder der Kleidung aufgetragen werden.
Nach Ihrem Ausflug sollten Sie sowohl Ihren Hund als auch Ihren eigenen Körper gründlich nach Zecken absuchen. Da Zecken warme und feuchte Körperregionen bevorzugen, sollten besonders diese Bereiche kontrolliert werden: Hautfalten, Achseln, hinterer Ohrenbereich, Leisten, Gesäßspalte, Kniekehlen, Zehenzwischenraum.
Da Kinder gerne mal in Bodennähe spielen, sollten sie stets eine Kopfbedeckung tragen.
Auch für Ihre Vierbeiner empfiehlt sich der Gebrauch von speziellen Zeckenschutzmitteln, wie beispielsweise ein Zeckenhalsband.
Sollten Sie sich in einem ausgewiesenen FSME-Risikogebiet aufhalten, ist zudem eine FSME-Impfung ratsam.

Zeckenstich – was es nun zu beachten gilt

Sollten Sie nun trotz aller Vorsicht bei Ihrer abendlichen Zeckensuche fündig geworden sein, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  • Zecken auf Ihrer Kleidung entfernen Sie am besten mit einem Streifen Klebeband. Zudem sollten Sie Ihre Kleidung waschen und, wenn möglich, danach in einen Wäschetrockner geben. Erst mit großer Hitze gelingt es, die Blutsauger unschädlich zu machen.
  • Bei Zecken, die Sie bereits gestochen haben, empfiehlt sich die Entfernung mithilfe einer Zeckenkarte, Zeckenzange oder einer handelsüblichen Pinzette. Um die Zecke vollständig zu entfernen, ziehen Sie diese kräftig, aber trotzdem vorsichtig mit dem gewählten Hilfsmittel aus der Haut. Achten Sie zudem darauf, dass das Tier nicht gequetscht wird, da sonst Bakterien und Viren übertragen werden können. Säubern Sie die Einstichstelle anschließend mit Desinfektionsmittel.

    Unser Tipp: Haben Sie bei Ihren Ausflügen stets etwas zum Entfernen von Zecken griffbereit, um schnell reagieren zu können!
  • Ist es Ihnen nicht möglich, die Zecke vollständig zu entfernen, oder bilden sich beispielsweise auch Rötungen an der Einstichstelle, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Welche Gefahren birgt ein Zeckenstich?

Zecken können verschiedene Viren und Bakterien in sich tragen und diese durch einen Stich auf den Menschen übertragen:

Lyme-Borreliose

Eine dieser Infektionserkrankungen ist die sogenannte Borreliose. Sie beschreibt eine große Gruppe an bakteriellen Infektionskrankheiten, die auf das Borrelien-Bakterium zurückgehen. Benannt ist das Borrelien-Bakterium nach dem französischen Forscher Amédée Borrel. Es wird zumeist durch eine bestimmte Zeckenart übertragen, die den passenden Namen Gemeiner Holzbock trägt. Gegen die deutschlandweit verbreitete Borreliose gibt es, im Gegensatz zum FSME-Virus, leider keine wirksame Impfung.

Das sich im Darm der Zecke befindende Bakterium gelangt über den Speichel der Zecke in die Einstichstelle und so in die Blutbahn des Wirts. Diese erreicht es jedoch erst nach 12 bis 24 Stunden, wodurch ein schnelles Entfernen der Zecke eine Infektion verhindern kann. Da zudem nicht jede Zecke, sondern lediglich 30 Prozent der Zecken das Bakterium in sich tragen, liegt das Infektionsrisiko im Fall eines Zeckenstichs selbst in Risikogebieten bei nur rund drei bis fünf Prozent. Doch auch wenn das Risiko gering ist, so sind die Folgen im Fall einer Infektion oft schwerwiegend.

Daher sollten Sie genau auf mögliche Symptome achten, wenn Sie von einer Zecke gestochen wurden oder dies vermuten. Ein frühes Anzeichen für eine Infektion, die bei der Hälfte der Erkrankten zu beobachten ist, ist eine flächige, kreisrunde Rötung, die sich um die Einstichstelle herum ausbreitet. Die sogenannte Wanderröte hat eine Inkubationszeit von etwa sieben bis zehn Tagen. Doch auch wenn die Wanderröte nicht auftritt, ist es möglich, dass sich einige Wochen später grippeähnliche Symptome wie geschwollene Lymphknoten, Fieber oder auch Kopf- und Gliederschmerzen einstellen.

In ihrer schlimmsten Form tritt die Borreliose häufig erst nach Wochen oder auch Monaten auf. Manche Betroffene berichten sogar von Jahren, nach denen ein durch einen Zeckenstich ausgelöster Organbefall sichtbar wird. Als Anzeichen hierfür gelten Hautveränderungen oder auch Gelenkentzündungen. Zudem kann das Nervensystem oder auch das Herz befallen sein. Mit einer frühen Antibiotika-Behandlung lässt sich die Infektion meist gut behandeln, es können sich jedoch auch Spätfolgen, wie partielle Lähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen einstellen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Als Frühsommer-Meningoenzephalitis wird eine durch das FSME-Virus ausgelöste Entzündung der Hirnhäute bezeichnet, die häufig mit einer Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks einhergeht und so zum Tode führen kann. Anders als bei der Borreliose-Infektion geht dieser Virus direkt durch den Stich auf den Menschen über. Die FSME-Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Wochen, in manchen Fällen auch bis zu einem Monat. Zu den gängigen Symptomen zählen grippeähnliche Symptome sowie Bauchschmerzen. Auch wenn die Symptome meist nach wenigen Wochen wieder abklingen, gibt es Fälle, in denen Patienten an einer isolierten Hirnhautentzündung erkranken, die als Meningitis bezeichnet wird. Ebenso kann es zudem zu einer Gehirnentzündung kommen, der sogenannten Meningoenzephalitis. Bei einer geringen Anzahl der Erkrankten geht dies zusätzlich mit einer Meningoenzephalomyelitis einher, bei der auch das Rückenmark entzündet ist.

Oftmals ist der Heilungsprozess äußerst langwierig, zumal anhaltende neurologische Schäden zurückbleiben können. In einem von hundert Fällen endet die Erkrankung sogar tödlich. Aufgrund dieser Gefahr und des Umstands, dass eine solche Virusinfektion medizinisch nicht bekämpft, sondern lediglich symptomatisch behandelt werden kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) eine FSME-Impfung für alle Kinder und Erwachsenen, die sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufhalten – unabhängig davon, ob sie dauerhaft dort leben oder nur zeitweise, zum Beispiel zu Urlaubszwecken, vor Ort sind. Die Impfung besteht aus drei Teilen und wird von der Krankenkasse übernommen, sofern Sie zum genannten Personenkreis zählen. Verabreicht wird sie in Abständen von drei bis zwölf Monaten, woraufhin sie alle drei bis fünf Jahre wiederholt werden sollte.

Gut zu wissen: Welche Bereiche Deutschlands zum FSME-Risikogebiet gehören, entnehmen Sie der folgenden Karte des Robert Koch-Instituts .

Ein Zeckenstich mit schweren Folgen

Eines ist klar: Auch wenn wir uns bestmöglich gegen Zeckenstiche schützen, so ist die Gefahr, die von den kleinen Blutsaugern ausgeht, nicht unerheblich. Das unterstreichen auch neueste Zählungen, denen zufolge beispielsweise die meldepflichtigen FSME-Erkrankungen, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, stark zunehmen. Waren es bis zum September des Rekordjahres 2018 noch 468 Infektionen, stiegen diese im selben Zeitraum des Jahres 2020 bereits auf 535 Infektionen an. Gut ist, wenn man gut versichert ist und über eine private Unfallversicherung der WGV verfügt. Denn diese greift nicht nur bei klassischen Unfällen im Privatleben, sondern gewährt Ihnen auch bei der Infektion mit Frühsommer-Meningitis (FSME) oder Lyme-Borreliose Versicherungsschutz im Rahmen ihrer Invaliditätsleistung.

Hier geht’s zur Unfallversicherung der WGV: